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Die Befundaufnahme gliedert sich in 7 Hauptbereichen die zu beurteilen
sind:
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1. Muskulatur
2. Gelenke
3. Haut
4. Sensibilität
5.Tonusverhalten
6. Atmung
7. Gangbild /
Ganganalyse |
1. Muskulatur
Die Bestimmung der Kraft- und Ausdauerverhältnisse der Muskulatur
wird in der Krankengymnastik durch spezielle manuelle Tests durchgeführt. Jeder einzelne Muskel wird nach seiner Kraft und Ausdauer beurteilt.
Die Beurteilungen liegen bei Werten zwischen 0 und 5. Die prozentuale Kraftanstrengung
bzw. Muskelleistung steht jeweils neben dem Schema.
Schema aus der Sportmedizin:
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- 0 = keine Muskelzuckung
10% - 1 =
geringe Muskelzuckung
25% - 2 =
kein volles Bewegungsausmaß, Test erfolg unter Abnahme der Schwere
50% - 3 =
volles Bewegungsausmaß gegen die Schwere, 5 Wiederholungen
80% - 4 =
volles Bewegungsausmaß gegen die Schwere, plus leichten Widerstand, 8
Wiederholungen
100% - 5 =
volles Bewegungsausmaß gegen die Schwere, plus max. Widerstand,
10 Wiederholun |
Die Beurteilung der Post-Polio-Patienten darf nicht nach dem Schema
aus der Sportmedizin, sondern nur in Anlehnung daran erfolgen. Dr. Beasly
hat in Forschungsarbeiten ermittelt, dass die prozentuale Muskelleistung
weitaus geringer ist.
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Stufe
1
der normalen Muskelleistung
Stufe
2 2,5%
der normalen Muskelleistung
Stufe
3 9,1%
der normalen Muskelleistung
Stufe
4 42,5%
der normalen Muskelleistung
Stufe
5 53,5% - 100% der normalen
Muskelleistung |
2. Gelenke
Die Untersuchungsmethode aus der manuellen Therapie gibt differentialdiagnostisch
Aufschluss über die :
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-Quantität => wie viel
bewegt sich das Gelenk ?
-Qualität
=> wie bewegt sich das Gelenk durch die Bewegungsbahn
-Endgefühl
=> wie stoppt die Bewegung ?
-Symptomatik
=> ändert die Symptomatik in Bezug auf "Stärke" und"Lokalisation" ? |
des Gelenks.
Die Gelenkbeweglichkeit wird getestet, indem untersucht wird, wie
sich die jeweiligen Gelenkpartner im Verhältnis zueinander bewegen
können. Funktionsstörungen und Schmerzen können durch Defekte
verschiedenster Strukturen verursacht werden. Eine genaue Untersuchung
und Differenzialdiagnose der Gelenkstrukturen ist Voraussetzung für eine
erfolgreiche Therapie.
3. Haut
Überprüfung der Haut:
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-Feuchtigkeit der Haut
-Temperaturempfinden
-Turgor => Wassergehalt der oberflächlichen Gewebe
-Elastizität
/ Plastizität des Gewebes
-Verschieblichkeit
-Tonus /
Spannungszustand der Muskulatur. |
4. Überprüfen der Sensibilität
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a.) Oberflächensensibilität
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-warm
/ kalt empfinden
-spitz
/ stumpf
-Wie
viele Finger werden gespürt, wenn man berührt ? |
b.) Tiefensensibilität
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-Lageempfinden im Raum; z.B. man nimmt den rechten Arm des Patienten
in eine bestimmte Position, der Patient stellt den linken Arm
genauso ein. Mehrere Wiederholungen, auch mit den Beinen. |
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5. Tonus
Wie sind die Tonusverhältnisse des Patienten. Verglichen wird
die rechte Körperhälfte mit der linken. Wie ist der Tonus des Rumpfes? Welche Muskeln sind plegisch. Wo
ist Muskelkraft vorhanden. Besteht ein Hypertonus oder ein Hypotonus. Ist
evtl. eine Spastik vorhanden. Wird über bestimmte Funktionen kompensiert
um Bewegungen mit Hilfsmuskeln auszuführen (Trickbewegungen) ?
6. Atmung
Um die Atmung zu beurteilen muss man auf viele Dinge achten.
Beurteilt wird zu Beginn die Atemfrequenz, der Atemrhytmus, bestehen Atemgeräusche,
evtl. Atemstörungen und in wie weit verändert sich die Atmung
bei körperlicher Belastung. Als nächstes wird ein Atemdiagramm
erstellt, welches Aufschluss gibt, über die Atembewegung d.h.
besteht mehr Flanken-, Brust- oder Bauchatmung.
Weiterhin muss berücksichtigt werden, ob orthopädische
Fehlbildungen bestehen, die Einfluss nehmen
auf die Atmung z.B. Skoliose, Thoraxfehlbildungen (wie Trichterbrust).
Eine ganz wichtige Rolle spielt die Atemhilfsmuskulatur. Die einzelnen
Muskeln, die für die Atmung zuständig sind, müssen durch
die Muskelfunktionsprüfung beurteilt werden. Es ist zu erfragen wie
sich die Rachenmuskulatur verhält. Kann der Patient ohne Probleme
"schlucken". Beurteilt wird weiterhin die "Sprache", d.h. wie ist die Stimme
und wie verhält sich die Atmung beim sprechen.
7. Gangbild
Erstellen einer Ganganalyse:
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Es werden die einzelnen Schrittphasen beurteilt
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1)
Schwungbeinphase
2)
Spielbeinphase |
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Wie nimmt der Patient Gewicht auf beide Beine? Wie verhält sich
der Rumpf? (Trendelenburg); Wie Hüfte, Knie und Fuß ? Bei der Beurteilung des Gangbildes
hat man die Muskel, - Gelenk sowie die Tonusverhältnisse im Hinterkopf
und weiß was er kann und was nicht möglich ist. Gemeinsam mit dem Patienten wird überlegt wie man mit Hilfsmitteln
(z.B. Valenser-Schiene, Stock, o.ä.) das Gangbild verbessern kann.
Ziel ist es, ein physiologisches Gangbild z erreichen.
Eine genaue Befundaufnahme kann nicht innerhalb einer halben Stunde
erfolgen. Von Behandlung zu
Behandlung erfährt man immer mehr, und daraus entwickelt sich
der Therapieplan. Wichtig für den Therapieverlauf ist es immer wieder
Ziele zu setzen.
Ziele wären z. B.:
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1) Verbesserung bzw. erhalten der Muskelkraft, sowie der Ausdauer.
2) Erhaltung
der Gelenkbeweglichkeit, vermeiden von Kontrakturen, Stabilisation der Gelenke und
der Wirbelsäule
3) Sensibilitätsschulung - Wahrnehmungsschulung - Oberflächensensibilität
-Tiefensensibilität
4) Tonusregulation
5)
Atemtherapie; Facio-orale Therapie
6)
Gangschulung / Hilfsmittelversorgung
7)
Hausprogramm erstellen
8)
Altersaktivitäten berücksichtigen. |
Die Ziele werden individuell für jeden Patienten gesetzt. Es
ist wichtig für die Behandlung, daß man auf Fragen die im Verlauf entstehen eingeht und versucht Alternativen
anzubieten. Vorraussetzung für ein erfolgreiche Therapie ist eine
guteZusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient. Dazu gehört natürlich, dass der Patient Vertrauen entwickelt
und positiv zur KG eingestellt ist.
Bei der Behandlung sind 3 Grundregeln zu beachten:
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1.) es tut gut => Behandlung
fortsetzen
2.) Patient
fühlt sich schlecht => auf die Hälfte reduzieren
3.) Patient
fühlt sich auch dann noch schlecht => aufhören
und sich etwas anderes überlegen. |
Der Patient muss lernen seine Leistungsgrenzen rechtzeitig zu
respektieren. Das Tagesprogramm muss hier und da geplant werden. Pausen einlegen und Hast vermeiden.
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