Ein Artikel von Frau Ulrike BÖS  und Frau Sandra WODE -Physiotherapeutinen -

Gemeinschaftspraxis "Zur KG"

Industriestr. 14 (Nähe Handelshof)

35582 Wetzlar-Dutenhofen

Tel.: 0641 29298

 

Fortbildungsveranstaltungen für Krankengymnastinnen und Krankengymnasten:
jeweils zweimal im Jahr (März und Oktober) in der Gemeinschaftspraxis speziell
für Polio-Krankengymnastik. Informationen können in der Gemeinschaftspraxis
eingeholt werden.

 

Techniken der Krankengymnastik und ihre Anwendung bei dem Post-Polio-Syndrom

 

PNF ( = Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)
Bei dieser Technik steht das Zusammenspiel von Nerven- und Muskulatur im Vordergrund.
Der Therapeut übt einen Dehnreiz auf den Muskel-Sehnenapparat aus. Haut- und Dehnungsrezeptoren geben diese Information ans Rückenmark weiter. Die Muskulatur reagiert mit Anspannung auf den gesetzten Reiz.
PNF ist ein funktionelles Training mit dem Kraft bzw. Ausdauerreserven mobilisiert werden können. Einen sinnvollen Einsatz findet diese Methode sicherlich im Bereich der Gangschule bei Gangunsicherheiten.

Bobath-Konzept
Hierbei versucht man eine Tonusregulierung zu erreichen. Ausweichbewegungen sollen gehemmt und physiologische Bewegungen gebahnt werden. Bei diesem Konzept gibt es keine typischen Übungen.
Dem Patienten wird der Weg zur normalen Bewegung bzw. Körperspannung gezeigt, welche ein besseres bzw. leichteres Bewegen, ohne Kompensation, ermöglichen soll. Wichtig ist hierbei die Eigenkontrolle des Patienten.

Manuelle Therapie
Dehnung der verkürzten Strukturen und eine Verbesserung der Gleitvorgänge im Gelenk stehen hier im Vordergrund.
Bei vielen Polio-Patienten kam es im Rahmen der Erkrankung auch zu Lähmungen.
Lähmungen verhindern Bewegung, dadurch kommt es zur Kapselschrumpfung und Bänderverkürzungen. Kommen nun Funktionen zurück, dann verhindern diese Verkürzungen
nicht nur das normale Bewegungsausmaß, sondern verursachen auch Schmerzen.
Schmerzen führen ihrerseits zu Ausweichbewegungen. Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen setzt die Manuelle-Therapie an der Schmerzursache an.

 

Feldenkrais
Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus minimaler Bewegung, Sinnesempfindung und dem eigenen Denken.
Man geht davon aus, das bestimmte motorische Hirnzellen auch bestimmte Muskeln versorgen.
Über diese Entspannungstechnik soll die Körperwahrnehmung verbessert und eine Ansprache der Muskulatur erreicht werde.

Oro-faciale Therapie
Auch im Gesicht kann es zu Tonusveränderungen begleitet von Ausweichmechanismen kommen.
Mit dieser Technik beeinflusst der Krankengymnast Gesicht, Sprach- und Schluckmotorik. Sprach-  Ess  oder Atemprobleme können hier ihren Ursprung haben.

Atemtherapie
Falsche Atmung führt zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Dies lässt ein Anstrengungsgefühl, Müdigkeit oder Konzentrationsschwächen entstehen. In der Atemtherapie soll die Atemtechnik verbessert werden.

Schlingentisch
Der Schlingentisch ist ein funktionelles Gerät, in dem man den Patienten schmerzfrei, achsengerecht und schwerelos behandeln kann.
Im Schlingentisch kann mobilisiert und stabilisiert werde.

Vorteile des Schlingentisches:
-Abnahme der Schwere der zu behandelnden Extremitäten
-Ausnutzung der Schwerekraft
-schmerzfreie Behandlung
-frühzeitiges Mobilisieren
-Haltungs- und Bewegungsschulung

zum Bericht "PPS und KG


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